Deutsche Rentenversicherung

Veranstaltungen

Inklusion: Illusion oder Erfolgsmodell?

Fachtagung mit Verena Bentele in Speyer

Mit vielen Aspekten der Inklusion in Bildung, Arbeitswelt und Gesellschaft - persönlich, nachdenklich, politisch oder pädagogisch - beschäftigte sich unsere Fachtagung zur Inklusion am 17. Oktober.

Vertrauen in sich und andere

„Gerade im Sport funktioniert Inklusion, ohne viel darüber zu reden“, weiß Verena Bentele als vielfache Weltmeisterin und Paralympicssiegerin im Biathlon und Skilanglauf aus eigener Erfahrung. In der Gesellschaft und im Leben ganz konkret seien noch viele Barrieren abzuschaffen, die nicht immer etwas mit einer Behinderung zu tun haben, sondern in den Köpfen der Menschen bestehen. Auch wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, muss auch das „Herz“ Inklusion wollen. „Man muss sich und anderen etwas zutrauen. Vertrauen haben und sich auf die Stärken eines Teams verlassen können, bringt beide Seiten weiter. So werden gegenseitige „Begleitläufer“ zu gegenseitigen „Sparringspartner“, war sich Bentele sicher, die auch Präsidentin des Sozialverbandes VdK Deutschland ist.

Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung

Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erläuterte die „Inklusion – Made in Rheinland-Pfalz“. Das Recht auf Arbeit und die Barrieren in der Arbeitswelt abzubauen, sieht sie als ihre Aufgabe. „Inklusion ist für mich der Gedanke an Teilhabe, Gleichstellung und Selbstbestimmung.“ Mit dem rheinland-pfälzischen Modell „Budget für Arbeit“ - das jetzt auch bundesweit zum Zuge kommt - haben Menschen mit Behinderungen bessere Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Damit können sie ihren Lebensunterhalt selbst tragen und sind nicht mehr auf Transferleistungen angewiesen. Besonders wichtig ist ihr aber auch, dass „jedes Kind in Rheinland-Pfalz uns gleich viel wert ist, mit oder ohne Behinderung.“ Deshalb sind in Rheinland-Pfalz für Eltern immer die Kommunen die Ansprechpartner.

Geschichte und Pädagogik

Michael von Cranach von der Hochschule München übernahm die geschichtliche Einordnung der Inklusion. Sein Fazit: Es verwundert nicht, wie schwer wir uns heute immer noch mit Inklusion tun, haben wir doch jahrhundertelang etwas anderes gelernt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde „die Freiheit zur individuellen Entwicklung als höchstes Gut“ bezeichnet. Aber noch heute kritisiert die UN Deutschland. Es gibt zu viel Zwang und Gewalt, Heimunterbringungen und Werkstätten für Behinderte in Deutschland. „Andere Länder sind da schon wesentlich weiter“, sagt Cranach.

Beim Thema „Inklusive Pädagogik“ kam Kersten Reich, früher Professor an der Uni Köln und Gründer einer inklusiven Universitätsschule, zu einem ähnlichen Ergebnis. Da unser gegliedertes Schulsystem mit homogenen Gruppen arbeite, die nicht durchlässig seien, sei Inklusion schwierig. In den skandinavischen Ländern oder auch in Kanada gäbe es ganz andere Möglichkeiten, das unterschiedliche Niveau von Kindern im Unterricht zu bedienen. Inklusion bedeutet für ihn mehr Individualisierung, Diversität, Kommunikation, Gerechtigkeit und die Vielfalt vor die Einfalt zu stellen. „Schule muss es ermöglichen, dass alle Erfolg haben“, forderte Reich.

 

Zur Tagung und anschließenden Podiumsdiskussion kamen rund 120 Teilnehmer, darunter Vertreter von Schulen und Kindergärten, der Rentenversicherung, Arbeitsagenturen, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden und Kommunen.

Presseartikel auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz:

Wenn Kinder chronisch krank sind -
Rehabilitation der Rentenversicherung kann helfen

Attraktive Leistungen in der Kinderrehabilitation

Link

Artikel im Deutschen Ärzteblatt, Heft 45

10.11.2017
von Heike Korzilius


Artikel "Wir retten nicht Leben, sondern Lebensläufe"

18.09.2017

Klinik-Zauber in der Edelsteinklinik 

Es war einfach toll, die Lachmuskeln von Jung und Alt hatten vollen Einsatz.

Ein großes Vergnügen mit Comedian Enzo Lorenzo und mit Ihnen zusammen eine Freude, sich von ihm verzaubern zu lassen.

Fachtagung zu Jugendfragen in Speyer.

"Ewig im Hotel Mama? - Junge Menschen am Scheideweg..."

04.09.2017

Dass junge Menschen heute immer später selbständig werden, hat viele Gründe. Ein behütetes Elternhaus ist nur ein Aspekt. Wichtig ist, dass sie diese Zeit sinnvoll und aktiv nutzen. Soziale und entwicklungspsychologische Aspekte der Jugend-Reha betrachtete die Fachtagung „Ewig im Hotel Mama? – Junge Menschen am Scheideweg“ unserer Edelsteinklinik Bruchweiler, die heute in Speyer stattfand.

Dr. Edith Waldeck (stehend) sprach zu Ministerin Anne Spiegel, Geschäftsführerin Saskia Wollny und stellvertretendem Geschäftsführer Matthias Förster

Jugendliche sollen zu selbstständigen, demokratischen Menschen heranwachsen

Jugendministerin Anne Spiegel stellte in ihrem Grußwort fest, dass Jugendliche heute in schwierigen Zeiten leben. „Wir, die Politik und die Gesellschaft, müssen die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie zu selbstständigen, demokratischen Menschen heranwachsen.“ Dabei müssten die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Fokus stehen und nicht die Bedürfnisse von Systemen. Ganz deutlich forderte sie: „Kein junger Mensch darf uns verloren gehen. Dafür tragen wir alle eine große Verantwortung.“

Ohne Disziplin geht es nicht

Saskia Wollny beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der Disziplin in den heutigen immer schneller und komplexer werdenden Lebens- und Arbeitswelten. „Ohne Disziplin geht es nicht, es muss eine gesunde Mischung geben. Disziplin muss für junge Menschen positiv erlebbar sein, um sie im gemeinsamen Umgang stark zu machen“, forderte sie.

Sich im Meer von viel zu viel Information zurechtfinden

Dass die Übergangsphase von der Jugend in das Erwachsenenleben immer länger dauert, sei nicht besorgniserregend, sagte Fabian Escher vom Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, solange diese Phase aktiv genutzt werde zur Identitätsentwicklung. Und Alexander Markowetz vom Institut für Informatik der Universtiät Bonn zeigte auf, dass nicht die grundsätzliche Nutzung von Smartphones ein Problem darstellt, sondern die Art und Weise, wie sie genutzt werden. Er forderte: „Wir müssen den jungen Menschen die Methodik mitgeben, sich in einem Meer von viel zu viel Information und Möglichkeiten zurechtzufinden.“

Grundlage zum Vortrag: Wie Handys zum "digitalen Burnout" führen.

Text: Petra Heiser, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Der Diskussionsrunde: "It`s my turn", unter der Leitung von Dr. Arthur Güntner und Dr. Patrik Obenauer, stellten sich im Anschluß junge Rehabilitanden der Edelsteinklinik den Fragen des Publikums.

Vorlage zum Vortrag von:

Dr. Fabian Escher

Dr. Patrick Obenauer

Saskia Wollny

Eröffnungsfeier in der Edelsteinklinik

Ein Neubau mit 12 weiteren Appartements für die Rehabilitation chronisch kranker Kinder und Jugendliche wurde am Freitag offiziell eingeweiht. Frau Dr. Waldeck zeigte sich sehr glücklich über das neue Schmuckstück und die Erweiterung der Klinik.


Die Appartements mit Blick auf den Nationalpark Hunsrück-Hochwald können flexibel genutzt werde und bieten Platz für 18 Patienten. Von den modern eingerichteten Appartements, die meist barrierefrei sind, profitieren vor allem Kinder unter zehn Jahren, die in Begleitung ihrer Eltern an einer mehrwöchigen Rehabilitation teilnehmen.

Für den stellvertretenden Geschäftsführer Matthias Förster kommen die Appartements gerade zur rechten Zeit: „Wir spüren einen wachsenden Bedarf für diese moderne, familienfreundliche Form der Reha, zumal der gesetzliche Spielraum dafür jüngst erweitert worden ist".

Dank für die Gesundheitsförderung kommt auch aus der Politik, Staatssekretär David Langner vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium : "Die Edelsteinklinik leistet mit ihrem attraktiven Behandlungsangebot einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen in Rheinland-Pfalz.

Text: Petra Heiser, Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Zusatzinformationen

Edelsteinklinik

Fachklinik für Kinder- und Jugendrehabilitation

Lindenstraße 48
55758 Bruchweiler bei Idar-Oberstein
Tel. 06786 12-0 | Fax 06786 12-3902
E-Mail: edelsteinklinik@drv-rlp.de

Klinikverbund der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Gemeinsam sind wir vier ...

Edelsteinklinik

Mittelrhein-Klinik
Drei-Burgen-Klinik
Fachklinik Eußerthal